Alfred Freudenmann, 50 Jahre Deutscher Riesenschecken- Züchter

Am 11. Januar 1939 erblickte ich das Licht der Welt in Hechingen. Da mein Vater im Krieg seit 1945 als vermisst galt, wuchs ich mit meiner Mutter in einem kleinen, älteren und gemieteten Bauernhaus in Hausen im Killertal auf. Im Alter von 7 Jahren, hielt ich in dem Garten meine ersten Kreuzungskaninchen. Nach ca. 6-7 Jahren tummelten sich die ersten vier Jungkaninchen in dem Stall. Nach 10 Jahren zogen wir in ein Mietshaus um. Der Vermieter war Jäger und von ihm lernte ich, neben dem Schlachten von Rehen und Kaninchen noch viele weitere nützliche Dinge. Als ich 19 Jahre alt war, überzeugte mich der damalige Vorsitzende des KZV Hausen, Josef Hack, ebenfalls in den Verein einzutreten. Jetzt wurde mir empfohlen, Rassekaninchen zu züchten. Beim Besuch auf verschiedenen Ausstellungen entdeckte ich die Deutschen- Riesenschecken. Ihre Schönheit hat mich sofort fasziniert und für mich war klar, dass dies meine Kaninchen werden sollenl Mit 23 Jahren besaß ich meine ersten Tiere und zwei Jahre später stellte ich diese bei der Jungtierschau meines Vereins Hausen i.K. zum ersten Mal aus. Von da an gab es in Hausen keine Schau mehr ohne die Deutschen Riesenschecken.

Am Anfang meiner Zucht gab es neben der richtigen Futterwahl, den verschiedenen Rassemerkmalen, das Decken von Häsinnen und das Herrauszüchten von Fehlern viel Neues zu lernen. Von dem Malermeister Buch aus Nehren erhielt ich wertvolle Tipps und Ratschläge, so dass ich meinen Zuchtzustand stetig verbessern konnte. Er besorgte mir einen Klasse 1,0, auch durfte ich bei ihm meine 0,1 belegen. Er trug auch dazu bei, dass ich 1972 in den Club eintrat. Von nun an ging es mit der Zucht steil bergauf. Kontakte zu anderen Züchtern sind besonders wichtig. Nicht nur wegen den Ratschlägen, sondern auch um die Zucht durch Schecken anderer Züchter sinnvoll zu ergänzen. Der Züchter Fritz Wahl aus Unterjessingen konnte aufgrund einer Kriegsverletzung seine Tiere nicht schaufertig machen. Ich half ihm bei seiner Arbeit und gewann so wertvolle Tipps. Seine Tiere waren vorzüglich und von einem besonderen „schweren Schlag". Zudem entwickelte sich zwischen uns auch eine Freundschaft wie zwischen Vater und Sohn. Meine Zucht bekam noch einen Schub nach oben. Von nun an stellte ich auf allen Clubjungtierschauen, Clubschauen und auch auf den überregionalen Scheckenschauen meine Tiere zur Schau.

 

1980 übernahm ich den Vorsitz meines Vereins Zill Hausen i.K. für die darauffolgenden 26 Jahre. 2 Clubjungtierschauen sowie ein Familientag des Scheckenclubs fanden im Züchterheim im schönen Killertal statt.

 

Dass ich gute Tiere hatte, drang bis nach Frankreich durch. Jedes Jahr besuchten mich französische Züchter in Begleitung von Herrn Brück aus Kirchentellinsfurt um bei mir Tiere zu erwerben. 1993 zogen meine Familie und ich dann in ein eigenes, großes Haus mit Garten. Nun hatte ich für meine Zucht keinen Platzmangel mehr.

 

Wie auch in anderen Dingen des Lebens gilt: Ein Scheckenzüchter lernt nie aus. Und wenn Du einmal nicht mehr weiter weißt, hol Dir Tipps bei Dieter Heuscheie, denn er ist der Beste.

 

Rückblickend freue ich mich ganz besonders über meine Ehrungen vom Verein, des Landesverbandes und vom Scheckenclub, ich bin zum Ehrenvorsitzenden meines Vereins gewählt worden und habe die Verdienstmedaille überreicht bekommen. Zudem habe ich die goldene Ehrennadel vom Scheckenclub erhalten und bin sogenannter Altmeister. Meine züchterischen Erfolge im Überblick:

 

• l.Rassemeister bei der Überregionalen

 

• Landesmeister- und Sieger, Clubmeister- und Sieger

 

• Bundessieger

 

• mehrere Male Kreismeister

 

Ich hoffe, dass ich noch viele Jahre meiner großen Leidenschaft nachgehen kann: Das Züchten der Deutschen- Riesenschecken. Alfred Freudenmann, im Februar 2013